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ADD FORUM BERLIN e.V.

ADD FORUM BERLIN e.V.
Postfach 28 05 43
13445 Berlin

www.add-forum.de

info@add-forum.de


Wer sind wir



Das ADD Forum Berlin wurde am 22. November 1997 von „Experten der Praxis“ als unabhängige interdisziplinäre Organisation mit dem Ziel gegründet, die Erkennung und den richtigen Umgang mit der Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADD) mit/ohne Hyperaktivität entsprechend dem Stand des aktuellen Wissens zu fördern.
Besonders sollte das Management dieser Störung durch praxisrelevante wissenschaftlich begründete Information, Beratung und Behandlung verbessert und darüber hinaus die wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich angeregt und unterstützt werden.

Seit seiner Gründung hat das ADD Forum Berlin ohne betont öffentliche Herausstellung – zunächst auch ohne Homepage  –  umfangreiche Sacharbeit geleistet.
Die Effektivität dieser Arbeit wird unterstützt durch unsere innere Struktur, die wir unter ORGANISATION erläutert haben.

In Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand zu ADHS haben wir ein STÖRUNGSBILDKONZEPT entwickelt, das Basis unserer täglichen Arbeit ist.
Um den Informationsstand zu ADHS und die Versorgungspraxis zu verbessern, haben die Mitglieder des ADD Forum Berlin regelmäßig Arbeitstreffen durchgeführt und in ganz Deutschland auf zahlreichen Weiterbildungsveranstaltungen, Seminaren und Workshops referiert. Einen Querschnitt unserer Arbeit sowie aktuelle Initiativen/Veranstaltungen haben wir unter AKTIVITÄTEN aufgeführt.

Öffentliche Stellungnahmen des ADD Forum Berlin erscheinen unter PRESSETEXTE.
Offizielle Konsenstexte zu Diagnose und Behandlung von ADHS wie auch Übersichtsartikel sind unter STANDARDS zu finden.
Wegen zahlreicher Anfragen haben wir auch orientierende Hinweise für den Umgang mit ADHS unter PRAXIS zusammengestellt.
Im Übrigen können wir Einzelanfragen leider nicht individuell beantworten, wir verweisen hierzu auf die SELBSTHILFEORGANISATIONEN.
Zu häufigen gestellten Fragen/wichtigen aktuellen Ereignissen zum Thema ADHS äußern wir uns im FORUM.







Konzeption
- Organisation



Unsere Mitglieder sind Lehrer, Diplom-Pädagogen, Diplom-Heilpädagogen und Sozialpädagogen, Hochschullehrer, Ärzte für Neurologie und Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Ärzte für Allgemeinmedizin, Schulpsychologen, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Verhaltenstherapeuten.

Das ADD Forum Berlin versteht sich als Initiativgruppe und nimmt neue Mitglieder nur mit Zustimmung der bisherigen Mitglieder auf.
Jedes Mitglied muss eine wesentliche, nicht von einem anderen Mitglied repräsentierte Funktion übernehmen.
Zweimal jährlich treffen sich die Mitglieder, um ausgewählte Themen zu ADHS durch beauftragte Referenten nach neuestem Forschungsstand darzustellen und zu diskutieren, ggfs. Konsequenzen in Form neuer Initiativen zu ziehen.

Am 2. November 2002 feierte das ADD Forum Berlin sein 5-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Seminar zu den Themen:
- ADHS und spezifische Ausprägungsformen bei Frauen
- ADHS und Borderline-Persönlichkeitsstörung
- ADHS und Sucht/Abhängigkeitserkrankungen
- ADHS und Vigilanzregulierungsdynamik (Ref.: Prof. G. Ulrich, FU Berlin)







Konzeption
- Störungsbildkonzept



Problematik der aktuellen Diagnoseklassifikation für ADHS

Die Kriterien der ICD-10 erfassen mit Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Hyperaktivität eine Kernsymptomatik, wie man sie überwiegend bei Jungen der 1. bis 4. Grundschulklasse mit ADHS findet. Durch diese Fokussierung der Diagnosedefinition entstand bei zahlreichen epidemiologischen Untersuchungen das Artefakt der extremen Knabenwendigkeit von ADHS.

Nachdem das Kriterium der Hyperaktivität in der Diagnosedefinition des DSM IV der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft nicht mehr als obligates Kernsymptom gefordert ist, erscheinen bei epidemiologischen Untersuchungen nach DSM-IV-Kriterien deutlich mehr Mädchen betroffen als nach ICD-10-Kriterien.
Auch das „Verschwinden“ von ADHS nach der Pubertät ist ein ICD-10-Artefakt: Das im Übergang zum Erwachsenenalter sich wandelnde Störungsbild wird von den schulzeitbezogenen Kriterien nicht mehr zutreffend beschrieben und damit diagnostisch nicht mehr erfasst.

Erfahrungen aus der Praxis

Der obligate Beginn der Symptomatik vor dem sechsten/siebten Lebensjahr kann in der Praxis gerade bei Mädchen häufiger nicht festgestellt werden. Hier findet sich nicht selten ein Verlauf, bei dem die charakteristische Symptomatik von ADHS – oft mit ausgeprägter emotionaler Labilität – erst in der Pubertätszeit deutlich in Erscheinung tritt.
Ebenso zeigt sich in der Praxis, dass gut bis sehr gut begabte Kinder mit ADHS ohne ausgeprägte Hyperaktivität häufig langjährig im mittleren Leistungsbereich „dümpeln“ und erst in der Oberschule langsam abrutschen in die klassische Symptomatik ohne definierbaren Beginn des Störungsbildes.
Schließlich zeigt die Erfahrung der Praxis, dass bestimmte Komorbiditäten sich partiell kompensatorisch auswirken können. So kann bei Angststörung/sozialer Phobie die ständige Angst vor einer Blamage Triebfeder sein, mit enormer Kraftanstrengung Aufmerksamkeits- und Organisationsdefizite auszugleichen und unter extremer Anspannung und ständiger Befürchtung, unangenehm aufzufallen, die Impulsivität zurückzudrängen. Besonders Frauen mit einem solchen Mischbild werden in Deutschland noch ausgesprochen selten richtig diagnostiziert.

Erweiterung des klassischen Diagnose-Konzeptes


Das aktuelle diagnostische Konzept für ADHS bezieht sich auf die Endstrecke einer Entwicklung komplexer Leistungs- und Verhaltensstörungen (Erkrankungsphänotyp).
Am Anfang dieser Entwicklungskette steht ein Spektrum genetisch vermittelter Abweichungen im ZNS bei Verteilungsdichte und Sensitivität verschiedener Rezeptoren, bei der Aktivität von Enzymen für Auf- und Abbau von Neurotransmittern und bei der Aktivität von Transporterproteinen (Genotyp).
Besonders gut sind diese Abweichungen bei ADHS für den Neurotransmitter Dopamin untersucht, welcher eine entscheidende neuromodulatorische Funktion für viele Hirnleistungen hat.
Über veränderte Einflussgrößen der Neuromodulatoren kommt es zu veränderten Regulationsgleichgewichten und damit zu einer veränderten Regulationsdynamik (Endophänotyp).
Die Erfassung von typischen Auffälligkeiten auf dieser Ebene und die Einbeziehung innovativer Forschungsergebnisse in ein erweitertes Konzept für ADHS könnte zur Lösung der oben aufgeführten diagnostischen Probleme beitragen.
ADHS nach konventioneller Definition ist in einem solchen Modell eine häufige und typische, aber nicht obligate Störungsbildausprägung (Erkrankungsphänotyp) auf dem Boden einer spezifischen neurobiologischen Konstitution, welche zwar eine typische Regulationsdynamik zentraler Funktionen mit sich bringt (Endophänotyp), nicht aber in jedem Einzelfall zu einer Störungsentwicklung führen muss und im Falle von Störungsentwicklung auch zu Bildern führen kann, welche von der aktuellen ADHS-Definition nicht erfasst werden (Erkrankungsphänotyp-Varianten).
Mitglieder des ADD Forum Berlin arbeiten zurzeit an der Weiterentwicklung dieses Konzeptes.







Aktivitäten



Mitglieder des ADD Forum Berlin haben zahlreiche Informationsveranstaltungen in ganz Deutschland, z.T. als Weiterbildungs- und Trainingsveranstaltungen für spezielle Berufsgruppen, z.T. zur Information von Eltern und der allgemeinen Öffentlichkeit mit bis zu 1000 Teilnehmern pro Veranstaltung durchgeführt.

Das ADD Forum Berlin hat über 3 Jahre eine Drittmittelstelle in der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Rudolf-Virchow/Charité in Berlin (Frau Prof. Lehmkuhl) zur Unterstützung des von dort organisierten Forschungsprojekts zur Langzeitauswirkung der Methylphenidatbehandlung bei Kindern mit ADHS finanziert. Es sind weder direkt noch indirekt Mittel der Pharma-Industrie in die Finanzierung dieser Drittmittelstelle eingeflossen, damit auch nicht der Anschein einer möglichen Beeinflussung dieser wichtigen Studie durch eine Interessengruppe entstehen konnte.

Das ADD Forum Berlin hat auf dem Boden der wissenschaftlich gesicherten Fakten Informationen für eine Reihe von Fernsehbeiträgen zum Thema ADHS bereitgestellt, auf tendenziöse Beiträge in Presse und Fernsehen reagiert und in mehreren Fällen auf die Entstehung und Ausstrahlung intendierter tendenziöser Sensationsberichte im Fernsehen korrigierend eingewirkt.

2002 hat das ADD Forum Berlin mit der Bundesdrogenbeauftragten Frau Caspers-Merk Kontakt aufgenommen, nachdem diese auf einer schmalen und einseitigen Informationsbasis öffentlich ihre Besorgnis über die Menge der Methylphenidat-Verordnungen geäußert hatte. Es war für die Informationslage von Frau Caspers-Merk eine wesentliche Ergänzung, dass wir in einem 90-minütigen Gesprächstermin mit Hilfe der Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und der Arzneimittelverbrauchsdaten ausrechnen konnten, dass mit der verordneten Methylphenidat-Menge aus der Gruppe der Kinder mit ADHS im Jahre 2000 nur ca. 8,5 % der Betroffenen ausreichend medikamentös behandelt werden konnten, während ca. 90 % der ADHS-betroffenen Kinder im Jahre 2000 offensichtlich keine medikamentöse Behandlung bekamen.

Bei unserer Arbeit, den Gesprächen mit der Presse, dem Fernsehen und der Politik hat sich gezeigt, dass es dringend erforderlich ist, eine deutschlandweite, kompetente, repräsentative und wissenschaftlich innovative Plattform für das Thema zu gründen, an der sich fachdisziplinübergreifend Experten aus universitären oder anderen Institutionen wie auch „Experten aus der Praxis“ beteiligen, die mit dem Problem ADHS in Medizin, Psychologie und Pädagogik befasst sind oder einen innovativen Forschungsansatz dazu bieten können.

Auf Initiative des ADD Forum Berlin wurde deshalb im Oktober 2001 die Deutsche Gesellschaft zur Erforschung der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (GEAH) gegründet. Sie soll ein Forum für Wissenskommunikation, Forschungsanregungen und Forschungskoordination zum Thema ADHS sein (www.geah.de).







Standards
(in Bearbeitung)



Auf dieser Seite geben wir Ihnen eine Übersicht über die Konsenstexte und Übersichtsartikel, die wir als Basisinformation zum Thema ADHS für Sie ausgewählt haben.







Praxis
(in Bearbeitung)







Forum
(in Bearbeitung)